Zu hohe Kosten, immer weniger Kundschaft: Der Wochenmarkt auf dem Straßburger Platz in Dulsberg musste zum Ende des letzten Jahres eingestellt werden. Leer bleiben soll der Platz aber nicht. SPD, CDU, FDP und Volt haben in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord letzte Woche eine Initiative gestartet, um den Platz mithilfe neuer Ansätze und Konzepte wieder mit Leben zu füllen.
Die Umsätze und Zahl an Marktständen hatten in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, sodass im letzten September das Aus des Wochenmarktes auf dem Dulsberg bekanntgegeben werden musste. Vor ähnlichen Herausforderungen stehen immer mehr Wochenmärkte in Hamburg. Umso wichtiger ist es, mit kreativen Ideen Lösungen zu schaffen, um solche Plätze als attraktive Teile des Stadtteillebens und soziale Treffpunkte zu erhalten. Kollaborationen mit lokalen Kunstschaffenden, Startups und die Einbindung von digitalen Verkaufsstrategien wie Click & Collect werden als zentrale Maßnahmen angestrebt, um neue Vorteile für Händler und Besucher zu schaffen. Zudem sind moderne gastronomische Angebote wie Food Trucks oder temporäre Food Festivals denkbar. Auch sozialräumliche Angebote, beispielsweise mobile Beratungsstellen zu sozialen Themen wie Wohngeld, könnten zum Besuch animieren.
Jara Jovanovic (SPD), Sprecherin im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung:
„Der Straßburger Platz ist ein zentraler Begegnungsort in Dulsberg und wir möchten innovative Ideen fördern, um den Stadtteil attraktiver zu machen. Deshalb fordern wir die Bezirksamtsleitung auf, verschiedene Konzepte für eine künftige Nutzung zu prüfen und dabei Kunstschaffende, Start-Ups und Gewerbetreibende vor Ort einzubinden. Das Bezirksamt soll auch schauen, ob es die Standplatzregelungen flexibler gestalten kann. Gerade für Gründer oder kleinere Gewerbetreibende wäre es hilfreich, wenn sie unkomplizierter zeitlich begrenzte Stände betreiben könnten.“
Dr. Clarissa Bohlmann (CDU), Sprecherin im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung:
„Ohne den Wochenmarkt am Straßburger Platz, der als lebendiger Treffpunkt diente, ist dort kaum mehr etwas los. Wir möchten, dass der Straßburger Platz wieder zum echten Stadtteilzentrum wird. Dort befindet sich die Kirche, die das Herz unseres Viertels bildet. Wir wollen den Platz wieder zu einem Ort machen, der zum Verweilen einlädt und einen echten Mittelpunkt darstellt. Deshalb prüfen wir neue innovative Konzepte unter Einbindung aller Akteure. Dabei möchten wir auch die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen, um gemeinsam eine lebendige Zukunft zu gestalten. Wir sind gespannt auf die innovativen Konzepte, die hier in naher Zukunft entstehen können.“
Ron Schumacher (FDP), Sprecher im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung:
„Viel Platz für neue Ideen, der Straßburger Platz hat ein Upgrade verdient. Was uns wichtig ist: Das Bezirksamt soll die Ideen in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren und Gewerbetreibenden entwickeln. Eine große Sitzbank in der Mitte kann zudem die Aufenthaltsqualität verbessern.“
Antje Nettelbeck (Volt), Co-Fraktionsvorsitzende:
„Der Wegfall des Wochenmarkts in Dulsberg bietet die Chance, den Straßburger Platz neu zu denken: Der Bezirk sollte sich ausprobieren, innovative Konzepte erproben und sich am Bedarf der Bürger*innen orientieren. Mit dem Antrag im Ausschuss Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung gehen wir den ersten Schritt, um ein solches Konzept ins Leben zu rufen!“
Der im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung beschlossene Antrag (Link)